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PCOS heisst jetzt PMOS: Warum die häufige Hormonstörung einen neuen Namen bekommen hat

Wer schon einmal nach Informationen zu PCOS gesucht hat, ist wahrscheinlich über die Begriffe «Zysten», «Eierstöcke» und «Fruchtbarkeit» gestolpert. Doch genau darin liegt das Problem: Der bisherige Name Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) beschreibt die Erkrankung nur teilweise.

Nach einem mehrjährigen internationalen Konsensprozess wurde PCOS offiziell in PMOS umbenannt. PMOS steht für Polyendokrines Metabolisch-Ovarielles Syndrom und soll deutlich besser widerspiegeln, worum es bei dieser komplexen Erkrankung tatsächlich geht.

Warum wurde PCOS umbenannt?

Der Begriff «Polyzystisches Ovarialsyndrom» sorgte seit Jahrzehnten für Verwirrung.

Zum einen haben viele Betroffene gar keine Zysten an den Eierstöcken. Zum anderen handelt es sich bei den typischen Ultraschallbefunden nicht um echte Zysten, sondern um kleine, unreife Eibläschen. Zudem betrifft die Erkrankung längst nicht nur die Eierstöcke, sondern zahlreiche hormonelle und stoffwechselbezogene Prozesse im gesamten Körper.

Experten kritisierten deshalb schon lange, dass der Name wichtige Aspekte der Erkrankung ausblende. Der neue Begriff PMOS soll verdeutlichen, dass es sich um eine komplexe hormonelle und metabolische Erkrankung handelt.

Was bedeutet PMOS?

Der neue Name setzt sich aus drei zentralen Merkmalen zusammen:

Polyendokrin

Mehrere Hormonsysteme sind betroffen. Dazu gehören unter anderem Insulin, Androgene und verschiedene Fortpflanzungshormone.

Metabolisch

Viele Betroffene zeigen Veränderungen im Stoffwechsel. Insulinresistenz gehört zu den häufigsten Begleiterscheinungen und kann langfristig das Risiko für Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Ovariell

Die Eierstöcke spielen weiterhin eine wichtige Rolle, weshalb dieser Teil des Namens erhalten geblieben ist.

Wie häufig ist PMOS?

PMOS gehört zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Weltweit ist etwa jede achte Frau betroffen. Das entspricht mehr als 170 Millionen Frauen. Gleichzeitig bleiben schätzungsweise bis zu 70% der Fälle unerkannt oder werden erst nach vielen Jahren diagnostiziert.

Viele Frauen erhalten ihre Diagnose erst, wenn sie wegen unregelmässiger Zyklen, unerfülltem Kinderwunsch oder Hautproblemen ärztlichen Rat suchen.

Welche Symptome kann PMOS verursachen?

Die Symptome können sehr unterschiedlich ausfallen. Nicht jede Frau erlebt dieselben Beschwerden.

Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • unregelmässige oder ausbleibende Menstruationszyklen
  • seltene oder fehlende Eisprünge
  • Akne und unreine Haut
  • verstärkte Körper- oder Gesichtsbehaarung
  • dünner werdendes Kopfhaar oder Haarausfall
  • Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Abnehmen
  • Insulinresistenz
  • Müdigkeit und Energielosigkeit
  • Stimmungsschwankungen
  • unerfüllter Kinderwunsch

Viele Frauen berichten zudem über ein Gefühl, dass «etwas nicht stimmt», obwohl Blutwerte oder einzelne Untersuchungen zunächst unauffällig erscheinen.

Wie wird PMOS diagnostiziert?

Die Diagnose basiert nicht auf einem einzelnen Test.

In den meisten Ländern werden die sogenannten Rotterdam-Kriterien verwendet. Dabei müssen zwei von drei Merkmalen vorliegen:

  1. Unregelmässige oder ausbleibende Eisprünge
  2. Erhöhte Androgenspiegel oder entsprechende Symptome wie Akne oder verstärkte Behaarung
  3. Typische Veränderungen der Eierstöcke im Ultraschall

Gleichzeitig müssen andere mögliche Ursachen ausgeschlossen werden.

Zur Abklärung gehören häufig:

  • Blutuntersuchungen
  • Hormonanalysen
  • Blutzucker- und Insulinwerte
  • Ultraschalluntersuchungen
  • ausführliche Anamnese und Zyklusgeschichte

Was bedeutet die Namensänderung für Betroffene?

Für die Diagnose und Behandlung ändert sich zunächst nichts.

Die Namensänderung soll vor allem dazu beitragen, Missverständnisse abzubauen und die Erkrankung ganzheitlicher zu betrachten. Denn PMOS betrifft nicht nur den Zyklus oder die Fruchtbarkeit, sondern kann Auswirkungen auf Stoffwechsel, Haut, Psyche und langfristige Gesundheit haben.

Viele Experten hoffen deshalb, dass Frauen künftig früher diagnostiziert werden und schneller die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

Fazit

PCOS heisst jetzt PMOS. Der neue Name mag zunächst ungewohnt klingen, beschreibt die Erkrankung aber deutlich genauer.

Denn hinter PMOS steckt weit mehr als eine Veränderung der Eierstöcke. Es handelt sich um eine komplexe hormonelle und metabolische Erkrankung, die viele Bereiche des Körpers beeinflussen kann.

Je besser wir verstehen, was PMOS wirklich ist, desto einfacher wird es für Frauen, Symptome einzuordnen, Unterstützung zu finden und informierte Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen.

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